Was bedeutet Zuckerfrei?

Zuckerfrei bedeutet nicht für jeden dasselbe. Manche möchten auf jegliche Arten von Zucker verzichten. Andere versuchen den Industriezucker zu meiden und stattdessen auf Alternativen zurückzugreifen.
Doch bevor hierauf genauer eingegangen werden kann, muss zunächst geklärt werden, was überhaupt alles Zucker ist.

Zuckerarten und deren Bezeichnungen

Es gibt nicht nur verschiedene Arten von Zucker, sondern auch zahlreiche Bezeichnungen.

Beispielsweise:

  • Rohrzucker/Rübenzucker/Saccharose/raffinierter Zucker
  • Traubenzucker/Glucose/Dextrose
  • Milchzucker/Lactose
  • Fruchtzucker / Fructose

Rohrzucker/Rübenzucker/Saccharose/
raffinierter Zucker:

Der Rübenzucker wird aus den heimischen Zuckerrüben und der Rohrzucker aus den tropischen Zuckerrohren gewonnen.
Beide Zuckerarten bestehen zu 100% aus Saccharose. 

Die Bezeichnung “raffinierter Zucker” kommt durch den Herstellungsvorgang zustande, der Raffination genannt wird. 

Traubenzucker/Glucose/Dextrose:

Der im Handel erhältliche Traubenzucker wird meist aus Kartoffel- oder Maisstärke gewonnen, kommt aber auch in süßen Früchten und Honig vor.

Milchzucker/Lactose:

Lactose ist der Milchzucker und ein natürlicher Bestandteil von Milch und Milchprodukten. 

Fruchtzucker/Fructose:

Fruchtzucker kommt wie der Name bereits sagt in Früchten, aber teilweise auch in geringeren Mengen in Gemüsesorten
wie beispielsweise Karotten, Tomaten oder Brokkoli vor.

Braucht man Zucker?

Der Mensch benötigt keinen Zucker und damit zählt dieser nicht zu den Grundnahrungsmitteln. Zwar benötigen das Gehirn und weitere Organe für ihre Funktionsfähigkeit Glukose, diese kann jedoch auch aus anderen kohlenhydratreichen Lebensmitteln wie Brot, Kartoffeln oder Getreide selbst produziert werden.

Doch auch wenn unser Körper es nicht unbedingt braucht, ist es dennoch wissenschaftlich erwiesen, dass Zucker glücklich machen kann, indem er stressmindernd und leicht antidepressiv wirkt. 

Eine komplett zuckerfreie Ernährung ist kaum umsetzbar,
da wie oben bereits beschrieben selbst in vielen Gemüsesorten geringe Mengen Zucker enthalten sind.

Beispielsweise enthalten 100g Brokkoli 1,9g Zucker.

Daher meinen Personen die sich zuckerfrei ernähren möchten, meist den Verzicht auf Industriezucker beziehungsweise den Verzicht auf künstlich hinzugefügten Zucker.

Andere wiederum setzen auf pflanzliche Zuckeralternativen, die entweder chemisch hergestellt oder natürlich gewonnen werden.

Zuckeralternativen

Häufige Austauschstoffe in “Light-Produkten” sind beispielsweise: Stevia, Xylit oder Erythrit.
Da hier deutlich an Kalorien eingespart wird. 

Stevia:

Dieser Austauschstoff stammt aus den Blättern der südamerikanischen Staudenpflanze “Stevia rebaudiana”.
Für die Gewinnung ist jedoch ein aufwendiges chemisches Verfahren notwendig.

Xylit: 

Wird auch Birkenzucker genannt, da er früher aus der Rinde der Birke hergestellt wurde. Heute jedoch meist aus Stroh, Getreidekleie oder Maiskolbenresten. Darüber hinaus kommt er beispielsweise noch in Pflaumen, Erdbeeren oder Buchen vor. Die Herstellung erfolgt durch Fermentation.

Erythrit:

Dieser Austauschstoff kommt natürlich in Käse und verschiedenen Obstsorten vor. Er wird durch chemische Katalyseprozesse oder auch durch Fermentation gewonnen.

Weitere Alternativen die häufig aufgrund ihrer Natürlichkeit verwendet und bevorzugt werden sind folgende:

Honig:

Als eine der wenigen naturbelassenen Zuckeralternativen ist Honig sehr beliebt. Obgleich Akazien-, Löwenzahn- oder Waldhonig -alle Arten punkten mit ihren Vitaminen und Mineralien. Dennoch sollte man ihn aufgrund seines hohen Zuckeranteils nicht im Überschuss verzehren.

Kokosblütenzucker:

Dieser wird aus den Kokosblüten gewonnen. Der daraus gewonnene Saft wird in Sirup eingekocht. Er schmeckt jedoch nicht nach Kokos sondern eher karamellartig.  Auch er enthält viele Mineralstoffe.

Ahornsirup:

Ahornsirup stammt ursprünglich aus Kanada und wird aus dem Saft des Ahornbaums gewonnen und anschließend zu Sirup verarbeitet. Er enthält Mineralstoffe wie Kalium, Eisen und Magnesium. 

Agavendicksaft:

Die aus der mexikanischen Agavenpflanze gewonnene Zuckeralternative ähnelt dem Honig, ist aber weniger zähflüssig und sehr mild. Allerdings sollte aufgrund des hohen Fructoseanteils nicht zu viel Agavendicksaft verzehrt werden, da es sonst zu Verdauungsproblemen kommen kann.
 
Es gibt noch einige weitere Zuckeralternativen, aber dies stellt bereits eine gute Übersicht über die Möglichkeiten dar.
 
Nachdem nun die Zuckerarten und mögliche Alternativen aufgezeigt wurden stellt sich die Frage: Was ist nun am besten? Weitestgehend Zuckerfrei oder nur auf Alternativen zurückgreifen?

Was ist nun der beste Weg?

Laut der WHO (World Health Organization) soll ein durchschnittlicher Erwachsener nicht mehr als 50 Gramm Zucker am Tag zu sich nehmen. Sie unterscheidet hier nicht, ob es sich um Glucose, Saccharose, Honig oder Agavendicksaft handelt. Der natürliche Fruchtzucker in frischem Obst oder der Zucker in Milch wird jedoch nicht hinzugerechnet.

Generell lässt sich sagen, dass eine Reduzierung der Zuckerzufuhr zu einer Gewichtsabnahme und weniger Karies führen kann. Darüber hinaus reduziert es durch einen konstanten Insulinspiegel häufig den Heißhunger, den viele Menschen verspüren.

Insgesamt lässt sich sagen, dass man es mit keinem der aufgelisteten Zucker/Zuckeralternativen übertreiben sollte. Dennoch sind manche beispielsweise aufgrund Ihres Glykämischen Index besser als andere.

Ihr möchtet Euch genauer informieren? Dann schaut gerne mal in den unten aufgelisteten Quellen vorbei.

 

Was ist euer liebstes Süßungsmittel?